Wer ist Grämine? – Buchtipp: “Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr” von Walter Moers

Buchtipp Prinzessin Insomnia

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Eher zufällig stieß ich in einer migranös-schlaflosen Nacht auf ein Buch von Walter Moers: Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr.

“Der meint mich!”, dachte ich sofort, und las, bzw. hörte los … (ob ich mich eher als Prinzessin oder Nachtmahr angesprochen fühlte, bleibt mein kleines Geheimnis ;-)).

Amazon* sagt zum Inhalt:

Prinzessin Dylia, die sich selbst „Prinzessin Insomnia“ nennt, ist die schlafloseste Prinzessin von ganz Zamonien. Eines Nachts erhält sie Besuch von einem alptraumfarbenen Nachtmahr. Havarius Opal, wie sich der ebenso beängstigende wie sympathische Gnom vorstellt, kündigt an, die Prinzessin in den Wahnsinn treiben zu wollen. Vorher nimmt er die Prinzessin aber noch mit auf eine abenteuerliche Reise durch die Welt des Denkens und Träumens, die für beide immer neue und überraschende Wendungen bereit hält, bis sie schließlich zum dunklen Herz der Nacht gelangen. Walter Moers erzählt dieses Märchen aus der zamonischen Spätromantik voller skurriler Charaktere mit der ihm eigenen Komik: spannend und anrührend zugleich.

Quelle: Amazon Produktbeschreibung*

Das Buch entstand in Zusammenarbeit mit der Illustratorin Lydia Rode, die selbst an CFS erkrankt ist und sich mit chronischen Schmerzen und Migräne auskennt. Dass da jemand mit einem ganz besonderen “Wissenshorizont” mitgemischt hat, merkt man vor allem als Betroffener ähnlicher Erkrankungen. So sind auch die wenigen kritischen Rezensionen die hier und da durch’s Netz geistern nachzuvollziehen. Gesunde können mit den detaillierten Beschreibungen der Gemütszustände und Gedanken der Prinzessin wahrscheinlich nicht so viel anfangen, wie jemand, der genau weiß, wovon die Rede ist, wenn Moers die Prinzessin von ihrer anstehenden Reise auf den Planeten Konatio berichten lässt. Sie bemerkt, dass es bald losgeht an ein paar akustischen Halluzinaionen. Schwindelattacken und einem seltsamen Prickeln am Gaumen. Sie bereitet sich dann schnell auf den Reisebeginn vor, in dem sie sich ihre umhängbare, stets gut befüllte Wasserflasche greift (wie man es bei jeder anstehenden abenteuerlichen Reise machen sollte) wirft alle Pläne für die nächsten Tage über Bord und legt sich ins Bett bis alles wieder vorbei ist.

Könnte ich sein, wenn die nächste Runde Migräne ansteht. 😉

Die Prinzessin greift in solchen Situationen manchmal noch auf ihren königlichen Vorleser zurück, der ihr aus ihren sieben Lieblingsbüchern vorliest, bis das Schlimmste ausgestanden ist, aber so einen Luxus können sich natürlich nur Prinzessinnen leisten … 😉

Tipps für die Krankheitsbewältigung

Eher versteckt, bietet das Buch so für Betroffene von Schmerz und Erschöpfung sehr viel Hilfreiches für den Alltag und die Krankheitsbewältigung. Weit mehr sogar, als manches explizit als Ratgeber herausgebrachte Buch zu bieten hat, finde ich (als bekennender Moers-Fan und Zamonien-Verseuchter).

Die Prinzessin erläutert beispielsweise, der schlechteste Weg sei, den Krankheiten Logik zu unterstellen. Krankheiten haben keine Moral und keinen Humor, stellt sie fest. Kann ich voll unterschreiben ;-).

Man sollte mit ihnen umgehen, wie mit unliebsamem Besuch von Verwandten: Höflich hereinbitten, mit Anstand behandeln und sie freundlich wieder rausschicken. Dabei nicht leiden und nicht jammern. Dann sind sie am schnellsten wieder weg. So kann “Großtante Dolores” und “Onkel Nausea” genauso schnell “durchgeschleust” werden, wie die “Cousins Cephalagius und Tinnitus”.

Guter Tipp, finde ich.

Ridikülisierendes Anagrammieren

Mir persönlich hat das ridikülisierende Anagrammieren am meisten Spaß und Hilfe gebracht.

Die Prinzessin im Buch wendet dieses Verfahren an, um sich ihre Krankheiten “schön zu reden” und ihnen ihren Schrecken zu nehmen. So wird aus einer schnöden Migräne: Grämine. (So heißt seit dem die Migräne auch bei mir :-)). Aus Depressionen sind schnell Pissdrionen und aus Kopfschmerzen einfach Schmopfkerzen gemacht.

Ich habe das mal weitergeführt und herausgefunden, dass man Depressionen noch viel schöner ridikülisierend anagrammieren kann: So können Depressionen zu Nordseepenis oder gar Dr. Oesenpenis werden (um beim phallischen Motiv zu bleiben ;-)). Aus einer „einfachen“ Depression können immernoch Niesedrops werden. Süß, oder?

Und wusstest Du, dass man Migräne nur mit ae schreiben muss, um daraus einen Mairegen zu anagrammieren? Oder, dass die Fibromyalgie im Handumdrehen zur Familie Gorby werden kann – sogar die passenden Therapie- bzw. Selbsthilfeoptionen beinhaltet: Yoga, Brei und Film.

Die Basilarismigraene vereint schöne Dinge wie Malaria, Birne und Essig – und liefert damit eine Ahnung davon, wie sympathisch man sie im Fall der Anfälle dann findet.

Doch selbst ein Trauma verliert als Armtau ein bisschen seinen Schrecken. Und Amigo Oeden, der von Tim Hansi provoziert wird, hat ja fast schon was erbärmlich Lustiges. (Gemeint waren hier Angio-Oedem und Histamin.)

Stundenlang könnte ich so weiter machen. 🙂

Aber ich stelle Dir jetzt nur noch Moped Eli vor, die als Lipoedem auch ganz Edel im Po auftaucht.

Und bevor Du jetzt eine(n) Neustartsgong bekommst von den ganzen gruseligen Krankheiten (na, kommst Du selbst drauf? Lösung ganz unten auf der Seite) sag ich nur: Probier’s mal mit dem ridikülisierenden Anagrammieren – macht echt Spaß und lenkt ein bisschen ab 😉

Das Buch und/oder Hörbuch zum Einstimmen gibt es hier:

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Lösung: Neustartsgong = Angststoerung 🙂


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