Yoga

Meine persönliche Erfahrung mit Yoga

In fast jedem Ratgeber zum Thema chronische Schmerzen wird Yoga (meist in einem Atemzug mit QiGong) als geeignete Sportart bei diesem Krankheitsbild beschrieben und empfohlen. Das hat gute Gründe, aber es gibt auch Dinge, die man dabei beachten sollte.

Yoga ist nicht gleich Yoga. Es gibt hier – wie bei anderen Sportarten auch – viele Gurus (in diesem speziellen Fall verdienen die den Namen wahrscheinlich am ehesten ;-)), die vorgeben, über die “richtige” oder “die einzig richtige” Ausführung der Sache Bescheid wissen. Als einziger selbstverständlich. Das macht es vor allem uns Bewegungslegasthenikern und Dilettanten nicht einfacher, den Zugang zu Sport und Bewegung zu finden.

Vorteile

Yoga eignet sich für uns aber grundsätzlich besser als viele andere Sportarten. Die Vorteile liegen auf der Hand: Wir brauchen keine teure Ausrüstung, um anzufangen. Eine Gymnastikmatte, ein dickes Handtuch zum Draufsetzen, evtl. ein kleines Kissen, eine Decke und bequeme Kleidung reichen vollkommen für den Anfang. Hinzu kommt, dass es viele verschiedene Arten von Yoga gibt. So kann jeder seinen individuellen Weg finden.

Yoga können wir in der Gruppe, aber auch alleine zu Hause praktizieren. Manchmal macht es in der Gruppe mehr Spaß, manchmal sind nur ein paar kleine Übungen auf dem heimischen Teppichboden oder der Yogamatte drin. Beides ist problemlos möglich. Selbst für mich als Mensch mit vielen Einschränkungen.

Mein Yoga – Viniyoga

Meinen ersten Yogakurs machte ich mit Anfang 20. Einige der dort erlernten “Grundfiguren” praktizierte ich seit dem nur sporadisch. Durch meine Erkrankungen fand ich dann im letzten Jahr wieder “richtig” zum Yoga zurück und übe, wann immer es möglich ist. An schlimmen Migränetagen funktioniert das natürlich nicht, aber manches kann ich sogar während leichterer Attacken fortführen, um die Verspannungen in Nacken und Schulter etwas abzumildern.

Der neuerliche Einstieg gelang mir in einem Yogakurs der hiesigen Volkshochschule (VHS). Dabei wählte ich bewusst einen Kurs im Viniyoga. Von “richtigen” Yogis wird das Viniyoga meist nicht wirklich ernst genommen, was für mich aber irrelevant ist.  Es ist eine Unterform des Hatha-Yoga, bei der die Übungen fließend dynamisch in Kombination mit dem Atem ausgeführt werden. Die individuellen Bedürfnisse des Einzelnen und der achtsame Umgang mit dem Körper stehen beim Viniyoga im Vordergrund. Die Übungen sind eher sanft, bieten aber auch kraftvolle Gestaltungsmöglichkeiten. Entspannend, Stress ausgleichend und gesundheitsfördernd wirken das meditative Innehalten und Nachspüren der Körperübungen – das kann ich nur bestätigen. Diese Art von Yoga ist auch für Menschen mit Erkrankungen wie meinen (Wirbelsäulenschäden, Migräne, Lipödem usw.) relativ gefahrlos (siehe Risiken und Nebenwirkungen) durchführbar und sinnvoll.

Keine meiner Beschwerden sind davon komplett weggegangen, aber ich habe insgesamt ein bessere Körpergefühl. Vor allem die Körperschmerzen am Abend, oder die schmerzenden, ruhelosen Beine, scheinen gut auf das regelmäßige Üben anzusprechen (wenn es denn möglich ist).  Natürlich habe ich vom Yoga auch manchmal Muskelkater, meine Schmerzen werden kurz stärker oder ich fühle mich zu sehr belastet. Das ist ok, denn daraus kann ich lernen, das richtige Maß zu finden. Das wirkt sich nicht nur positiv auf den Körper aus, sondern mittelbar auch auf mentale Prozesse und die Psyche im Allgemeinen.

Risiken und Nebenwirkungen

Yoga ist Sport -auch wenn es manchmal nicht so aussieht. Beim Sport gibt es immer die Gefahr von Verletzungen. Yoga für chronisch Kranke sollte daher noch behutsamer angegangen werden, um die Verletzungsgefahr zu minimieren. Du solltest vorher mit Deinen Ärzten darüber sprechen, wenn Du eine Sportart anfangen möchtest – auch beim Yoga. Die wissen, ob es bei Dir individuelle Faktoren gibt, die gegen eine bestimmte Sportart sprechen, oder ob es besondere Vorsichtsmaßnahmen und Einschränkungen zu beachten gilt. Menschen mit Wirbelsäulenerkrankungen (vor allem Halswirbelsäule!) beispielsweise, müssen sehr vorsichtig sein und dürfen nicht zu ehrgeizig an die Übungen herangehen. Es drohen sonst Muskel- und Sehnenverletzungen, Nervenschäden (z.B. bei bestehenden Spinalkanalstenosen), Gefäßeinklemmungen und sogar Wirbelbrüche.  Im Zweifel: immer weniger machen oder ganz weglassen. Generell gilt: in kleinen Schritten vorgehen. Zu Beginn nur wenige und einfache Übungen probieren. Nicht bis an die Belastungsgrenze gehen.

Der richtige Yogalehrer

Alles steht und fällt oft mit dem richtigen Yogalehrer (-lehrerinnen sind selbstverständlich auch immer gemeint.) Ein guter Yogalehrer ist für mich keiner, der mich zu Höchstleistungen bringen will, wenn ich das nicht möchte. Ein guter Yogalehrer ist, wer mich so annimmt, wie ich bin und mir hilft, mit meinem Körper etwas Neues auszuprobieren, ohne dogmatisch zu sein. Ein guter Yogalehrer führt mich souverän an mein individuelles Ziel und an meine eigenen Grenzen, ohne fordernd zu sein. Ein guter Yogalehrer ist kreativ darin, Übungen für mich derart abzuwandeln, dass ich trotzdem den erwünschten Effekt erkennen kann. Ein guter Yogalehrer, bremst allzu ehrgeiziges Üben und selbstschädigendes Verhalten. Ein guter Yogalehrer fordert mehr Pausen und Achtsamkeit als korrekt ausgeführte Übungseinheiten.

Youtube-Yoga

Im Netz findet man einige tolle Übungsanleitungen von engagierten Yogaexperten. Ich persönlich komme sehr gut klar mit den Übungen von Mady Morrison. Auf ihrem Youtube-Kanal finden Anfänger und Fortgeschrittene für jeden Bedarf die passende Übung. Mir gefällt Madys ruhige Art, die Stimme in den Anleitungen und die Art, wie sie die Übungen in den Videos präsentiert. Auch die Vielfalt der Übungen und die vielen Anfänger-Übungen finde ich gelungen.

Meine persönlichen Lieblingsübungen für Anfänger findest Du in meiner Youtube-Playlist “Yoga”.

Mein Tipp

Werde Dein eigener Guru. Lasse Dich von einem guten Yogalehrer, der Dir sympathisch erscheint (s.o.), die Grundlagen und wichtigen Punkte bei der Bewegungsausführung erklären. Volkshochschulen bieten alle möglichen Kurse mit unterschiedlichen Schwerpunkten an. Die Mitstreiter dort sind meist auch eher “Normalos”.  Such’ Dir aus allem das aus, was Dir guttut. Such’ Dir den für Dich passenden Weg. Sieh Yoga nicht verbissen, es sollte hier nicht um Leistung gehen. Nutze die Chance zur Körpererfahrung, die Dir eine Yogaübung bietet – damit ist viel getan.

Meine Yoga-“Ausrüstung”

meine YogaausrüstungNach und nach habe ich mir auch eine kleine, für mich hilfreiche Yoga-Ausrüstung zusammengestellt. Als eher undynamischer, unsportlicher “Yogi”, habe ich natürlich andere Ansprüche als die sportlichen Fitness-Freaks.  Für ähnlich gestrickte Personen kann ich die folgenden Hilfsmittel empfehlen:

Yoga-Kissen
Ich liebe mein “kipferlförmiges” Yoga- bzw. Zafukissen mit Bio-Dinkelfüllung. Das Kissen benutze ich auch als Boden-Hocker zum Beispiel beim Essen oder spielen mit dem Kind. Für mich ist die Halbmondform besonders bequem. Es gibt die Kissen aber auch in rund. Hier kannst Du das Yoga-Kissen kaufen: https://amzn.to/2VmJmhX*

Yoga-Hosen
Bestens geeignet auch in großen Größen (ich trage Größe 46) sind meine superweichen und sehr elastischen Yoga-Hosen. Es gibt sie in vielen Farben, die sich auch nicht so schnell auswaschen. Hier kannst Du die Yoga-Hosen kaufen: https://amzn.to/34PSsad*

Yoga-Socken
Ich übe meistens auf dem Teppichboden, weil ich für mein Heimtraining noch nicht die richtige Yogamatte gefunden habe. Da ich nicht immer barfuß üben möchte – das ist mir manchnmal einfach zu kalt- , haben sich meine rutschfesten Yoga-Socken bewährt, die sich auch gut als “Hausschläppchen” eignen. Auch bei kräftigen Füßen (wie meinen) sind sie gut tragbar. Die breiten Gummis schneiden nicht so ein.

Hier kannst Du die Yoga-Socken kaufen: https://amzn.to/34OsCDx*


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Titelbild von Couleur auf Pixabay

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