Alltagshürde “Einkaufen” – Picnic für Spoonies

[unabhängiger, unaufgeforderter Erfahrungsbericht // enthält Werbung]

Ein Riesenthema für Spoonies (also chronisch Kranke mit begrenztem Energiekontingent) ist das Einkaufen. Gesund sollen wir uns ernähren und viel bewegen, da scheint das Einkaufen doch geradezu einladend.

Leider ist dem nicht so. Die Versorgung mit frischen, gesunden Lebensmitteln und deren Zubereitung stellt viele chronisch Kranke und vor allem Migräne- und Schmerzpatienten mit Fibromyalgie, Rheuma, Autoimmunerkrankungen usw. oftmals vor eine besondere Herausforderung. Nicht selten muss ich auf Vorrat gekaufte Lebensmittel wegschmeißen, weil ich sie nicht rechtzeitig verbrauchen konnte. Häufig und unvermittelt bettlägrig zu sein, oder nicht essen zu können, hat viele Konsequenzen, die Außenstehende nicht sehen – zumindest nicht auf den ersten Blick. Nicht zuletzt ist es auch ein finanzieller Aufwand, den man zusätzlich stemmen muss.

Ich habe seit Kurzem eine gute Lösung für diese Probleme gefunden: Picnic – der Online-Supermarkt!

Picnic im Ruhrgebiet

Picnic ist ein Liefer-Supermarkt, den es erst seit Kurzem in Deutschland (leider bisher nur in der Rhein/Ruhr-Region) gibt. Das Unternehmen startete 2018 in den Niederlanden und ist mittlerweilen in vielen Ruhrgebiets- und Rheinlandstädten unterwegs – z.B. in Düsseldorf, Mönchengladbach, Duisburg, Bochum, Essen, Gelsenkirchen und Witten. Seit Kurzem auch in Münster. Ob in Deine Stadt schon geliefert wird, kannst du auf der Homepage www.picnic.de mit Deiner Postleitzahl ermitteln.

Mein Picnic – Erfahrungsbericht

Holpriger Start mit gutem Ende

Als ich hörte, dass es Picnic auch in unserer Stadt gibt, lud ich mir die App herunter, registriere mich und las nach Eingabe meiner Daten mit Erschrecken: Warteliste. Ich konnte noch nichts bestellen, nicht mal das Angebot durchschauen. Auf Platz 3117 sei ich. WHAAAAT?! Das konnte ja wohl nicht deren Ernst sein …

OK. 1-2 Wochen vergingen, und ich bekam E-Mails von Picnic, in der mir irgendwelche Gratisprodukte (sogenannte “Wartespaß”-Geschenke) zugesagt wurden. Beim Begriff “Wartespaß” dachte ich zuerst, die wollen mich verarschen. Aber es gab Orangensaft, Hafermilch, frisches Brot, Kekse … alles Markensachen. Und ziemlich rasch rutschte ich schon auf Platz 1170. Meine Laune wurde etwas besser, obwohl von “Spaß” beim Warten keine Rede sein konnte. Aber ich dachte: Na, schön – ich bleibe ja kaputt. Habe Zeit. Dann sammle ich “Wartespaß-Geschenke” und ernähre mich später drei Jahre lang davon. ;-D

Doch ich wurde überrascht: Nach doch “nur” vier Wochen, konnte ich meine erste Bestellung aufgeben …

Meine erste Bestellung

Es gibt bei Picnic einen Mindestbestellwert von 35,- Euro. Die Lieferung ist jedoch immer gratis. Den Mindestbestellwert hat man in einem Familienhaushalt schnell zusammen. In meiner ersten Bestellung sondierte ich aber erst mal die Preisgestaltung. Ich stellte fest: Nicht teurer als im normalen Supermarkt. Zusätzlich gibt es wechselnde Sonderangebote in verschiedenen Warengruppen – so wie im normalen Supermarkt auch.

Picnic-App

picnic App

Bestellt wird über eine App (für Android und iOS). Die ist sehr übersichtlich und logisch nach Kategorien strukturiert. Eine Suchfunktion zum Eingeben von Produktnamen gibt es auch. Durch Antippen der Produktbilder legt man den gewünschten Artikel in den Warenkorb. Dort kann man auch die Anzahl noch nachträglich ändern und die Produkte ggf. wieder löschen.

Was mich an der Bedienung in der App anfangs etwas gestört hat, ist, dass wenn man auf das Produktbild klickt, der Artikel sofort im Einkaufswagen landet. Produktinformationen erhält man vorab, indem man auf ein sehr kleines Info-Icon links unten am Produktbild klickt. Das ist etwas unergonomisch, man gewöhnt sich aber schnell daran. Wenn man die gleichen Produkte öfters kauft, ist es natürlich durch das schnelle Antippen der Bilder auch besonders schnell möglich, seinen Einkauf zu erledigen. Da Picnic auf Stammkunden setzt, ist diese Fokussierung nachvollziehbar. Mittlerweile komme ich auch gut zurecht damit.

Wenn man alles hat und der Mindesteinkaufswert (35,- EUR erreicht ist), wählt man einen Liefertermin und wird dann am Morgen des Liefertages über den ungefähren Zeitpunkt der Lieferung informiert. Dabei wird ein Zeitfenster von 20 Minuten angegeben. Bisher wurde der Zeitrahmen auch immer eingehalten.

Kurz vor der Lieferung kann man in der App den Standort des Lieferwagens (fast) in Echtzeit verfolgen – mit maximal 5 Minuten “Verspätung” (also nicht der Rede wert) trudelten die Lieferungen dann auch ein.

Produkte

Picnic Produkte

Was mir sofort positiv auffiel: Es gibt neben vielen Standard-Sachen auch viele “gesunde” bzw. wenig verarbeitete Produkte und solche, die ich als Mensch mit vielen Unverträglichkeiten gut verwenden kann. Auch “Ungewöhnlicheres”, für das ich normalerweise längere Fahrwege machen müsste, und einiges von regionalen Anbietern ist im Programm. Was will man mehr?

Marken, bei denen ich meistens fündig werde, sind beispielsweise die Bio-Linie von EDEKA, Gut und günstig, Bebivita, Frosta, Alpro, Innocent usw. Davon gibt es neben klassischen Standardmarken (wie z.B. Iglo, Hipp, Barilla usw.) genug, um sich auch in Krankheitsschubphasen mit halbwegs vernünftigem Essen einzudecken.

Zu meinen Lieblingsprodukten gehört aufgrund meiner Histaminempfindlichkeit z.B. das Albaöl mit Buttergeschmack, Edeka Paranüsse, weiße Zwiebeln, Bio Süßkartoffelchips, Kölln Bio Schmelzflocken, Alpro Mandeldrink, Bio Edeka Suppengemüse (Tiefkühl), Bio-Zentrale Lunch’n Go Quinoa Curry, Frosta-Tiefkühl-Beutelware, Pahmeyer Süßkartoffelrösti usw.

Seit kurzem gibt es auch frisch geschnippeltes Gemüse in Beuteln (z.B. Lauch, Paprika, Zwiebeln usw.). Das ist natürlich optimal für Spoonie-Hände, die es manchmal einfach nicht mehr schaffen, frisches Gemüse zeitnah zu verarbeiten. 🙂

Produktbeschreibungen

Die Produktbeschreibungen sind alle übersichtlich und meistens sehr detailliert. Sie enthalten beispielsweise die Zutatenlisten, Allergiehinweise, Nährwertangaben, Infos über Aufbewahrung, Angaben zum Zulieferer usw.

Produktqualität

Die Produkte, die ich bisher bei Picnic bestellt habe, waren alle in einwandfreiem Zustand. Vor allem frisches Gemüse und Obst. Die Haltbarkeitsdaten waren nie knapp vor Ablauf und auch die Verpackungen hatten noch keine Beschädigungen. Ein einziges mal war eine Zitrone im Beutel nach 2 Tagen nicht mehr brauchbar – das erlebt man aber im normalen Supermarkt auch. Solche “Mängel” können dem Kundenservice gemeldet werden und man erhält anstandslos eine Erstattung des Kaufpreises. Mehr dazu unter dem Punkt “Kundenservice” (s.u.).

Lieferung

Bei der Bestellung kann man sich in der App einen Liefertermin aussuchen. Bis zum zweiten Corona-Lockdown konnte ich immer direkt am nächsten Tag mit meinem Einkauf rechnen. Es kann allerdings sein, dass die Lieferung erst am Abend zwischen 20 und 21 Uhr ankommen kann. Das ist mir persönlich eigentlich viel zu spät, aber für Berufstätige wahrscheinlich gerade richtig. Dennoch: Besser als selber los müssen.

Praktisch ist, dass man auch später (bis 22 Uhr am Vortag) noch Produkte hinzufügen kann, wenn man etwas vergessen hat oder noch etwas fehlt.

Die angegebene Lieferzeit wurde bisher immer eingehalten. Die Fahrer (vom Unternehmen selbst “Runner” genannt) bringen die Artikel mit einem kleinen Elektro-Lieferwagen bis vor die Haustür. Normalerweise werden die Waren auch bis in die Wohung gebracht. In Coronazeiten funktioniert die Lieferung allerdings komplett kontaktlos. Das heißt: Der “Runner” stellt eine rote Box mit der Ware vor die Haustür. Ich nehme das Zeugs dort heraus und fertig.

Picnic Warenauslieferung

Auf den ersten Blick etwas befremdlich in der heutigen Zeit sind die sogenannten “Bio-Plastiktüten”, in denen alles verpackt ist. Die Argumentation des Unternehmens zu diesem Punkt ist für mich jedoch plausibel. Immerhin kann ich die Tüten bei der nächsten Lieferung auch zurückgeben, in der Hoffnung, dass sie auch wirklich wiederbenutzt werden bzw. recycelt werden, wie es das Unternehmen verspricht. (Für mich persönlich ist die Plastikproblematik auch kein Grundsatz-Problem. Vieles geht ja realitisch gesehen bei den Menschenmassen, die wir heute haben, nicht mehr anders als in Plastik, denke ich. Alternativen, wie Papier oder Baumwollbeutel, sind häufig nur auf den ersten Blick wirkliche Alternativen. Ebenso wie Pfandsysteme. Es verbraucht alles Ressourcen bei Herstellung, Reinigung und abschließender Entsorgung, die irgendwann mal anfällt. Solange streng auf die Recyclebarkeit und tatsächliche Wiederverwertung der verwendeten Kunststoffe geachtet wird, habe ich grundätzlich kein Problem mit (wiederverwertbarem!) “Plastik”.

Bezahlung

Bezahlt wird bei Picnic per Lastschrift. Dafür gibt man bei der ersten Bestellung seine Bankverbindung in der App ein. Kurz nach Lieferung der Bestellung erhält man seinen Einkaufsbon per E-Mail. Fertig. Bei der nächsten Bestellung kann man seine Bankverbindung auch noch mal ändern.

Zurückgegebener Pfand (sehr praktisch: den gibt man dem Runner einfach wieder mit) wird vom Rechnungsbetrag abgezogen.

Kundenservice

Bei Problemen oder Fragen kann man sich unter anderem via WhatsApp an den Kundenservice wenden. Bei mir gab es bisher wenig Grund zur Beschwerde. Einmal wurde ein falsches Produkt geliefert (Bratkartoffeln statt Süßkartoffel-Rösti). Es reichte eine kurze Mail an den Kundenservice. Nach einer halben Stunde war der Betrag für das falsche Produkt erstattet und den falschen Artikel durfte ich behalten.

Fazit

Like

Bei mir klappte bisher alles ziemlich reibungslos und ich kann Picnic gerade für Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen nicht immer frische Produkte einkaufen können, echt empfehlen. Während Corona-Lockdown-Zeiten muss man allerdings meistens eine Woche im Voraus einen Liefertermin buchen, weil extrem viel los ist. Das ist ok, weil man ja später noch Produkte hinzufügen kann. D.h. ich sichere mir meinen Liefertermin in der Folgewoche recht frühzeitig und Einzelteile, die dann im Laufe der Woche konkret wieder fehlen, füge ich später noch hinzu.

Besonders toll finde ich die allesamt freundlichen “Runner”.

5,- EURO für Dich!

Mit dem Freundschaftscode TANJ2946 bekommen wir beide bei unserer nächsten Bestellung bei Picnic einmalig 5,- Euro geschenkt! Hol Dir einfach die App und mit ein bisschen Glück, geht es direkt los. Wenn Du auch erstmal auf der Warteliste landest (wie ich), freu Dich über die Geschenke, die nach und nach automatisch in Deinem Warenbkorb landen! In meinem Fall waren das nach 4 Wartewochen noch mal Markenprodukte im Wert von über 10 Euro.

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Fotos (c) PicNic

2 Kommentare

  1. Sylvana Schöne

    hallo tanja, ich schaue immer mal auf deinen blog. bin selbst von drei kopfschmerzarten betroffen…ch. migräne, spannungskopfschmerz und
    trigeminus-neuropathie. UND…”bleibe kaputt”. …musste ich sehr schmunzeln.
    manchmal denke ich alle (freunde, verwandte etc.) haben die stille hoffnung, man wird wieder gesund…selbst wenn man seit , achtung…20 jahren betroffen ist und es nicht besser sondern schlimmer wird. schlimmer wurde es bei mir vor zwei jahren durch zahnärztliche eingriffe. ich kann darüber nicht im detail schreiben, da es gnadenloser schmerzhorror war. die eingriffe haben nun chronische kiefer(gesichtsschmerzen) hinterlassen, die mich zermürben. naja,
    ich wollte schreiben, dass ich neugierig bin auf deinen `zahnarzt-artikel`! meine vermutung ist, dass sehr viele migräniker probleme mit zähnen und zahnbehandlungen haben, aber man liest und erfährt darüber so gut wie nichts.
    …so , dem spoonie geht die energie für heute aus. smile, liebe grüße und danke für deine impulse hier. sylvana

    • Hallo Sylvana,
      Danke für deine Nachricht und schön, dass du hier an Bord bist.
      Dein (Kopf-)Schmerz-Sammelsurium hört sich ja auch „toll“ an – da weißt du ja leider, wie es einem so geht, wenn immer Alarm im Kopfbereich ist.
      Deine Zahnarzterfahrung ist ja dann für dich auch eher das Tor zur Hölle gewesen 🙁 Das ist echt Mist.
      Bei mir war es mit den Gesichtsschmerzen genau andersherum. Ich hatte jahrelang „ideopathische Gesichtsschmerzen“ und Trigeminus-Probleme, bis dann der dritte Zahnarzt, bei dem ich war, endlich den Grund rausgefunden hat: eine gut versteckte Wurzelentzündung.
      Während der wochenlangen Behandlung ging es mir miserabel (war wirklich anstrengend und schmerzhaft), aber jetzt (nach ca. 3 Monaten) ist endlich richtig Ruhe im Kiefer 🙂 Habe schon nicht mehr dran geglaubt. Die Migräne hat das aber nicht so richtig beeindruckt. Die treibt weiter ihr Unwesen.

      Ich habe auch den Eindruck, dass manches Kopfschmerzgeschehen aber wirklich von den Zähnem getriggert wird.
      Ein Arzt im Krankenhaus hat mir auch erzählt, dass er seine Migräne erst los war, als er alle Amalgamfüllungen raus hatte.
      Leider habe ich noch 4 davon (schon ewig drin). Da widersprechen sich ja auch die Mediziner, was den Zusammenhang angeht.
      Trotzdem möchte ich auf lange Sicht kein Amalgam mehr haben. Wenn die alten Füllungen also mal ersetzt werden müssen, kommt was anderes rein.

      Da berichte ich auch nochmal etwas ausführlicher im „Zahnarztbericht“.
      Hoffe, ich bin bald mal wieder etwas fitter, so dass der bald fertig wird – momentan schaffe ich grade so das Überleben vom Energielevel her 😉

      „kaputte“, aber liebe Grüße 🙂

      Tanja
      aka myyzilla

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